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Vereinsgeschichte

Die Anfänge

Der Anfang war jedoch sehr schwer, denn es fehlten alle Hauptgeräte wie Barren, Reck oder Pferd. Mit zäher Ausdauer, Opferbereitschaft und viel Liebe zur Sache ging es langsam, aber zielstrebig aufwärts. Der Turnbetrieb wurde im Sommer unter freiem Himmel und im Winter im Saal des Vereinslokals Friedmann abgehalten. Ende Juni 1891 nahm der Turnverein Redwitz bereits mit 23 Mann am südfränkischen Gauturnfest in Marktzeuln teil. Im Laufe des Sommers 1891 wurden die notwendigsten Geräte angeschafft, der Verein wurde Mitglied im Deutschen Turnerbund. Die Verbandsabgabe betrug 20 Pfennige pro Mitglied im Jahr.

Da der Garten der Gastwirtschaft Friedmann nicht recht geeignet war, nahm man sich vor, im Gries einen Turnplatz einzurichten.
Für die Singriege wurden Liederbücher gekauft, der Verein erhielt auch ein Vereinsabzeichen. Jedes Mitglied erhielt die Vereinsstatuten und musste dafür 13 Pfennige bezahlen. Die Singriege des Turnvereins hatte sich unter der Leitung des Turners Karl Harthan sehr gut entwickelt, während dem Gesangverein Liederkranz der Nachwuchs fehlte.

Ein kleines Verslein aus dieser Zeit lautet:

“…die Redwitzer Turner singen so fein, sie singen besser als die Alten, der Teufel schlag drein!…”

Die Turner hatten aber kein eigenes Klavier und stellten an den Liederkranz am 8. Mai 1892 den Antrag, dessen Klavier mit benutzen zu dürfen. Diese Chance nutzten die Sänger. Sie schlugen den Turnern vor, sich dem Liederkranz anzuschließen. Die Aufnahmegebühr sollte ihnen erlassen werden. Nach einigem Zögern nahmen die Turner das Angebot an und die ganze Singriege schloss sich dem Liederkranz an. Hier war das Nachwuchsproblem gelöst und gleichzeitig hatten die Sänger einen Dirigenten gewonnen, der dem Liederkranz 53 Jahre lang treu geblieben ist.

Seit 1892 hat der Turnverein auch eine Jugendabteilung. Die Generalversammlung beschloss am 7. Juni “Turnzöglinge” – Jugendliche von 13 bis 18 Jahren aufzunehmen. Der Monatsbeitrag betrug für die Feiertagsschüler 10 Pfennige und für die Werktagsschüler 5 Pfennig im Monat. Der Monatsbeitrag für die Erwachsenen wurde von 10 auf 15 Pfennig im Monat erhöht.

Im Jahre 1897 erhielt der Turnverein seine Fahne. Sie wurde von der Firma Fahnenkoch in Coburg geliefert. Aus dem Auftrag geht hervor, dass es sich um bestes Material handelt, auf welches 10 Jahre Garantie gegeben wurde. Der Preis für die Fahne betrug 200 Mark.

Das Gauturnfest 1898 fand in Redwitz statt. Die Einzelwettbewerbe waren 75 Pfund Hantelstemmen, Steinstoßen und Weitsprung.

Seit 1898 ist der TV Redwitz im Vereinsregister des Königlichen Bezirksamtes Lichtenfels eingetragen.
Im Dezember 1902 mussten die Turner den Turnbetrieb im Saale Friedmann wegen Beschädigung des Wohnhauses einstellen. Man zog in den neu gebauten Saal des Mitgliedes Hain (“Weißes Lamm”) um. Auch hier blieb man nur zwei Jahre, im Herbst 1906 wurde der Gasthof Köhler neues Vereinslokal.